Durchführung von Sourcings und Versand von RFQ-Anfragen

Die Suche nach Flexibilität und Leistung hat dafür gesorgt, dass die Hersteller von Industrieerzeugnissen einen immer größeren Teil ihrer Produktion nach außen verlagern.

Outsourcing-Raten von 70 % bis 80 % der Produktionskosten sind keine Seltenheit mehr. Angesichts dieser Tendenz versteht man, warum das Sourcing, das unter anderem darin besteht, die richtigen externen Partner ausfindig zu machen und ihnen „Request For Quotation“-Anfragen zu schicken, für den Erfolg eines Projekts unabdingbar ist!

Man spricht heute vom Ökosystem, vom erweiterten Unternehmen, von externen Ressourcen, um diese neue Entwicklung zu beschreiben, die dazu führt, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens von der Wahl seiner Lieferanten abhängig ist. Die besten, für den eigenen Bedarf geeigneten Partner auszuwählen, ist folglich ein entscheidender Schritt.

Durchführung von Sourcings und Versand von RFQ-Anfragen

Schnell den richtigen Lieferanten zum richtigen Zeitpunkt zu finden, ist oft schwieriger als zunächst angenommen.

Im Bereich der industriellen Produktion besteht das Sourcing darin, Lieferanten zu finden, die den Kosten/Qualität/Fristen-Herausforderungen, mit denen die meisten Industriezweige konfrontiert sind, gerecht werden.

Was die sogenannten „direkten“ Beschaffungen, d. h. diejenigen, die direkt in ein Erzeugnis einfließen, betrifft, so muss man vor der Beschaffung eines Bauteils, einer Unterbaugruppe oder eines Off-the-Shelf-Standardprodukts (Motor, Sensor, etc.) zunächst einmal einen Einkaufspreis vorliegen haben. Einer der effizientesten Wege, um Preise zu erhalten und diese innerhalb eines kurzen, genau definierten Zeitraums eines Projekts zu vergleichen, ist der, mehrere Anbieter gleichzeitig um ein Angebot zu bitten. Die Methode der Preisanfragen (Request For Quotation – RFQ) ist heute in zahlreichen Industriezweigen bekannt und kommt ganz selbstverständlich zur Anwendung. Wie systematisch diese Methode angewendet wird und welche Instrumente verwendet werden, hängt jedoch von den Voraussetzungen in der jeweiligen Branche ab.

Das Sourcing ist ein Prozess, bei dem es darum geht, die Lieferanten zu finden, die den Anforderungen des Auftraggebers in Sachen Qualität, Kosten, Fristen, Leistung am besten gerecht werden. Zu diesen traditionellen QKFL-Anforderungen kommt immer mehr die Dimension der Mitentwicklung und der Innovation hinzu.

Der Begriff Strategisches Sourcing bezeichnet den Prozess, der für dauerhafte Wettbewerbsvorteile sorgt.

Das Sourcing besteht im Allgemeinen aus 4 Schritten:

  • Zusammenstellung einer Auswahl: Bestimmung und Einstufung der Lieferanten, die den Anforderungen entsprechen können
  • RFQ-Anfragen: Versand eines Request For Quotation und Analyse der Antworten
  • Wahl des Lieferanten
  • Beziehung zum Lieferanten: Informationsübermittlung und Informationsfluss, Steuerung der Qualität/Kosten/Fristen, Bezifferung der Änderungen, Produktverbesserung, etc.

Die Sourcing-Strategie hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Fertigungsstrategie und Definition des Kerngeschäfts des beauftragenden Unternehmens
  • Wettbewerbsumfeld der Lieferanten
  • geografische Zielmärkte
  • Bedarf an Mitentwicklung
  • Schwierigkeit und Komplexität des Bauteils oder der Unterbraugruppe, das/die nach außen vergeben werden soll

Die Position des Produkts im Schaubild von Kraljic ist für die Sourcing-Strategie entscheidend:

  • Ein Multi-Sourcing-Ansatz für hochspezialisierte Komponenten, für die es wenig Angebote gibt, schließt jegliche Möglichkeit, eine strategische Zusammenarbeit mit einem Lieferanten einzugehen – einschließlich beispielsweise gemeinsamer Investitionen gegen gesicherte Produktionskapazitäten – aus. 

Für Komponenten mit geringem Risiko kann jedoch ein stärker automatisierter Ansatz verwendet werden.

Angesichts der vielen Aufgaben, die ein Einkäufer innerhalb kürzester Zeit ausführen muss, ist es oft schwieriger als zunächst angenommen, schnell den richtigen Lieferanten zum richtigen Zeitpunkt zu finden.

Um Lieferanten zu finden und um über zuverlässige Informationen über sie zu verfügen, gibt es eine ganze Reihe von Methoden: Kollegen vom selben Fach fragen, im Internet suchen (oft mit Gefahren verbunden), sich an örtliche Sourcing-Büros wenden (in China gibt es zum Beispiel sehr viele) oder sich auf eine Plattform wie The Price Hub stützen, die Sourcing-Anstrengungen für ihre Kunden bündelt.

Beim Entwicklungsprozess eines neuen Produkts ist es sinnvoll, mit seinen Projektteams einen Sourcingplan auszuarbeiten.

Dieser Plan sollte jede Commodity beinhalten, deren Herstellung nach außen gegeben werden soll, sowie den Zeitplan für die Angebotseinholungen (Request For Quotation-RFQ), einschließlich der Deadlines für folgende Vorgänge: Versand RFQ, Erhalt, Zeit für die Analyse und Auswahl eines Lieferanten.

Bei Unternehmen mit einem ausgereiften wirtschaftlichen Management ihrer Projekte, die Predicitive-Costing-Instrumenten ausgestattet sind, wird vor der RFQ eine Zielkostenrechnung durchgeführt und das Angebot des Lieferanten muss mit dieser Kalkulation vereinbar sein. Bei Unternehmen, in denen diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, oder bei neuen Bauteilen, werden zunächst die Antworten auf die RFQ abgewartet und dann die Preise verglichen.

Je nach Art der Bauteile, ob sie strategisch wichtig sind oder nicht und ob eine Mitentwicklung notwendig ist oder nicht, sind die Daten unterschiedlich und die Vorgehensweise bei der Angebotseinholung kann ebenfalls eine andere sein.

Der Ansatz kann mehr oder weniger „aggressiv“ sein oder ganz im Gegenteil kollaborativ, wie zum Beispiel in folgenden Fällen:

  • Das System der umgekehrten Auftragsauktionen ist dabei sich zugunsten einer gezielteren Methode des Aufrufs zum Wettbewerb zu verändern.
  • Branchen mit komplexen und sehr fachspezifischen Bauteilen bauen partnerschaftliche Beziehungen mit ihren Lieferanten auf, die es ihnen ermöglichen, schon ab der Vorbereitungsphase vollkommen transparent an den Kosten zu arbeiten.

Möchte man seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern (oder aus anderen Gründen wie einer zu großen Abhängigkeit oder bei Bankrott des Partners), so ist es außerdem möglich, einen Lieferanten, der an einer Serienfertigung beteiligt ist, über Ausschreibungen in Frage zu stellen. Wenn dabei auch Fertigungshilfsmittel übertragen werden müssen, ist diese Vorgehensweise oft komplex, aber sie kann sich als entscheidend erweisen, wenn es darum geht, seine Marktanteile zu verbessern und seine Gewinnmargen wiederherzustellen.

Eine RFQ-Anfrage ist ein vollständiges Dossier, das aus den Spezifikationen und/oder der Zeichnung des Teils, den Volumen sowie anderen Daten besteht, die der Lieferant auswerten muss, um dem Auftraggeber ein fundiert ausgearbeitetes Angebot zu unterbreiten, wenn möglich in einem standardisierten Format, um dem Auftraggeber den Schritt der vergleichenden Analyse der erhaltenen Angebote zu erleichtern.

Dieser entscheidende Prozess ist folglich nicht leicht zu managen und kann sich, aufgrund seiner zeitaufwändigen Natur, hinderlich auf die Analysezeit auswirken, die dazu erforderlich ist, um den richtigen Lieferanten auszuwählen. Wie überwacht und automatisiert dieser Prozess ist und welche Instrumente verwendet werden, hängt jedoch von den Voraussetzungen in der jeweiligen Branche ab.

Die von The Price Hub entwickelten e-Sourcing-Plattformen für elektronische Anfragen haben zahlreiche Vorteile:

  • Zugang zu über 1000 Lieferanten mit ihren Produktionskapazitäten und dazugehörigen Fristen, ihrem Know-how und Fachwissen, angefangen bei ihrem Maschinenpark, über die Abmessungen, die Serien und Materialien, mit denen sie sich auskennen, bis hin zu finanziellen Aspekten
  • Anzeige der Lieferanten auf einer Weltkarte
  • Möglichkeit, Ihr eigenes Lieferantenpanel einzuladen
  • Vordefinierter Vorgang in 5 Schritten, um seinen Bedarf zu beschreiben
  • Wahl der Adressaten und der Vertraulichkeitsstufe der Aufforderung zur Angebotsabgabe
  • Automatischer Vorschlag von relevanten Lieferanten über einen einzigartigen Empfehlungsalgorithmus
  • Zugang zu einer grafischen Darstellung der Lieferantenangebote und Exportmöglichkeit der vergleichenden Analysen

Die Analyse der Angebote ist ein entscheidender Schritt, um sich zu vergewissern, dass sie solide und die Antworten homogen sind (Incoterms, Einkaufsbemessungsgrundlage, etc.), um sie zu verstehen, in Frage zu stellen und so seinen Einkaufspreis zu optimieren. Die Benchmarking- und „Should Cost“-Module von The Price Hub unterstützen Ihre Analysen

In Zusammenarbeit mit   

Greifbare Ergebnisse bei jedem Projekt
Unsere Fallstudien entdecken

20/03/2018

Artikel

Einkauf 4.0: Betreten Sie mit The Price Hub das digitale Zeitalter!

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, müssen KMU und TWAs im Industriesektor nachhaltige Produktivitätsanstrengungen unternehmen. Der Wettbewerbsdruck treibt sie auch in einen Wettlauf um Innovation, um sich zu differenzieren.

Mehr darüber erfahren

19/12/2016

Artikel

Lieferanten-Workshops

Identifizieren Sie Einsparungen bei und mit Ihren Lieferanten.

Mehr darüber erfahren
Schließen